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So schützen Sie Ihre Familie

Ein Moment der Unachtsamkeit beim Gemüseschneiden, ein Sturz vom Fahrrad: Kleine Verletzungen gehören zum Alltag. Doch selbst Bagatellwunden bergen Risiken, wenn sie nicht sachgerecht versorgt werden. Die richtige Desinfektion schützt vor Entzündungen und ebnet den Weg zur raschen Heilung. 

Jede offene Wunde, und sei sie noch so klein, ist eine Eintrittspforte für Krankheitserreger. Diese können sich in verletztem Gewebe ansiedeln und Entzündungen auslösen. Dann wird die verletzte Stelle rot, schwillt an, schmerzt stark und kann eitern. Mit einer schnellen Heilung ist in solchen Fällen meist nicht mehr zu rechnen. Vielmehr wird ein aufwendiges Wundmanagement nötig, damit sich die Infektion nicht weiter ausbreitet.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte jede Wunde direkt nach der Verletzung desinfiziert werden. Sogenannte Antiseptika töten Krankheitserreger ab und sorgen dafür, dass sich diese nicht mehr vermehren und eine Entzündung verursachen können. Die moderne Wundversorgung setzt auf gut verträgliche, wissenschaftlich erprobte Wirkstoffe. Internationale Empfehlungen nennen fünf Hauptsubstanzen: Octenidin, Polihexanid, Povidon-Iod, Natriumhypochlorit und Nanosilber. Für den Hausgebrauch haben sich die ersten drei Substanzen etabliert. Sie werden in der Regel als Spray, Wundspüllösung, Salbe oder Gel eingesetzt. 

Octenidin und Polihexanid 

Diese Wirkstoffe greifen gezielt die Zellwände der Krankheitserreger an und zerstören sie, wobei Octenidin besonders schnell wirkt. Beide Wirkstoffe haben den großen Vorteil, dass sie nicht brennen und nicht färben. Bei der Anwendung von Octenidin auf der Haut wurden bislang keine Nebenwirkungen beobachtet, sodass der Wirkstoff auch für empfindliche Kinderhaut geeignet ist und damit perfekt in die Familienapotheke passt. 

Povidon-Iod 

Diese Substanz wirkt schnell gegen Bakterien, Pilze, Viren, Sporen und Protozoen, ohne dass Resistenzen bekannt sind. Der Wirkstoff bewährt sich bereits seit Jahrzehnten zur Vorbeugung sowie Behandlung von Wundinfektionen. Allerdings ist er stark färbend: Viele Menschen kennen die charakteristisch gelb-braune Farbe. Außerdem sollte Povidon-Iod nicht bei Neugeborenen, Kleinkindern, schwangeren Frauen oder während der Stillzeit angewendet werden. Schilddrüsenerkrankungen und Jod-Radiotherapie sind ebenfalls Kontraindikationen. 

Wie war das nochmal mit Alkohol? 

Alkoholische Desinfektionsmittel gehören nicht auf offene Wunden, denn sie brennen stark und können das Gewebe schädigen Sie eignen sich ausschließlich für intakte Haut – etwa zur Händedesinfektion oder zur Reinigung der Hautumgebung rund um eine Verletzung. 

Natürliche Alternativen: 

Wenig erforscht Neben den genannten chemischen Wirkstoffen gibt es auch natürliche Substanzen mit antiseptischen Eigenschaften. Teebaumöl, Lavendelöl oder Honig werden traditionell zur Wundbehandlung verwendet. Allerdings ist die wissenschaftliche Datenlage bei natürlichen Antiseptika dünn. Für die schnelle und zuverlässige Erstversorgung im Alltag – gerade bei Kindern – empfehlen Fachleute daher die etablierten chemischen Präparate. Das Team Ihrer Guten-Tag-Apotheke steht Ihnen bei Fragen zur Wundversorgung gerne zur Seite. Lassen Sie sich beraten, welches Antiseptikum am besten zu Ihren Bedürfnissen passt und welches Verbandsmaterial im Haus haben sollten– für eine gut ausgestattete Hausapotheke, die im Notfall schnell zur Hand ist. 

Was ist der Unterschied zwischen Desinfektionsmittel und Antiseptikum? 

Desinfektionsmittel und Antiseptika töten beide Krankheitserreger ab – sind aber für unterschiedliche Einsätze gedacht. Desinfektionsmittel reinigen unbelebte Flächen wie Böden, Arbeitsflächen oder Instrumente. Antiseptika dagegen sind für den direkten Kontakt mit dem menschlichen Körper konzipiert und daher hautverträglich und gewebeschonend. 

So versorgen Sie Wunden korrekt 

1. Einmalhandschuhe anziehen: Das schützt nicht nur Sie selbst, sondern verhindert auch, dass zusätzliche Keime in die Wunde gelangen. 

2. Gründlich reinigen Spülen: Sie die Wunde gewissenhaft unter fließendem, sauberem Wasser ab und entfernen Sie vorsichtig Schmutz. Sollten Fremdkörper wie z.B. Glassplitter oder Rollsplitt in der Wunde stecken, empfiehlt das Deutsche Rote Kreuz, diese nur zu umpolstern und von medizinischem Fachpersonal entfernen zu lassen. 

3. Nicht pusten! So verbreitet der Reflex auch ist – pusten Sie niemals auf eine Wunde. Mit den Speicheltröpfchen gelangen Bakterien aus dem Mund direkt in die Verletzung. 

4. Großzügig desinfizieren: Sprühen oder tupfen Sie das Antiseptikum so auf, dass die gesamte Wunde bedeckt ist. Spray-Präparate haben den Vorteil, dass Sie nicht mit der Wunde in Kontakt kommen müssen – das ist hygienischer. 

5. Sauber abdecken: Lassen sie das Antiseptikum so lange einwirken, wie es in der Packungsbeilage steht und kleben Sie anschließend ein sauberes Pflaster auf die Wunde. Bei größeren Verletzungen kann eine sterile Kompresse aufgelegt und mit einem Fixierpflaster oder Verband befestigt werden. So bleibt die Wunde geschützt. 

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