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Säure-Basen-Haushalt als Schlüssel zum Wohlbefinden 

Der Körper hält durch verschiedene Mechanismen sein Gleichgewicht an Säuren und Basen aufrecht. Durch einen gesunden Lebensstil kann man ihn bei dieser Arbeit unterstützen. 

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Säuren und Basen ist die Voraussetzung für lebenswichtige Funktionen im Körper. So beeinflusst der Säure-Basen-Haushalt beispielsweise die Aktivität von Enzymen, die Durchlässigkeit von Zellmembranen, die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff, die Verteilung von Elektrolyten, die Reizweiterleitung im Nervensystem und die Erregbarkeit von Muskelzellen. Der pH-Wert beschreibt, wie hoch die Konzentration an Wasserstoffionen in einer Lösung ist. Ein pH-Wert von 7 gilt als neutral, Werte darüber als basisch und Werte darunter als sauer. Der physiologische pH-Wert im Blut liegt zwischen 7,35 und 7,44 – also im leicht basischen Bereich. Dagegen liegt im Magen ein saures Milieu (pH-Wert im nüchternen Zustand 1,0 – 1,5) vor, das der Verdauung von Proteinen und der Abtötung von Krankheitserregern dient. 

Körpereigene Regulationsmechanismen 

Der Körper hält den pH-Wert im Blut aufrecht, indem er überschüssige Säuren oder Basen eliminiert bzw. neutralisiert. Am bedeutendsten ist dabei das Kohlensäure-Bicarbonat-System. Es besteht aus einer schwachen Säure (Kohlensäure) und einer schwachen Base (Bicarbonat), die rasche Änderungen im pH-Wert puffern. Darüber hinaus sinkt die Säurekonzentration durch die Abatmung von Kohlendioxid (CO2). Überschüssige Säuren, die nicht flüchtig sind, werden über die Nieren ausgeschieden. Bei gesunden Menschen reichen diese Mechanismen in der Regel aus, um das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen aufrecht zu erhalten. Eine akute Übersäuerung (Azidose) stellt einen medizinischen Notfall dar. Sie kann stoffwechselbedingt auftreten, beispielsweise bei Nierenversagen oder einem entgleisten Diabetes (Ketoazidose) oder aufgrund einer unzureichenden Abatmung von CO2 im Rahmen einer Lungenerkrankung. 

Latente Übersäuerung

 Von diesem lebensbedrohlichen Zustand abzugrenzen ist die latente Azidose, bei der es sich um eine schleichende Verminderung der basischen Pufferkapazitäten handelt. Bei einer latenten Azidose liegt der pH-Wert im Blut noch im Normbereich, weshalb ihr in der Schulmedizin kein Krankheitswert beigemessen wird. In der Naturheilkunde wird sie hingegen als Ursache für allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und ein erhöhtes Schmerzempfinden sowie als Risikofaktor für bestimmte chronische Erkrankungen angesehen. Bei einer latenten Azidose lagern sich überschüssige Säuren im Bindegewebe ab. Wenn die Pufferkapazitäten an ihre Grenzen gelangen, werden zum Ausgleich außerdem basische Mineralstoffe (z.B. Kalzium) aus dem Knochen freigesetzt. Dies kann langfristig das Risiko einer Osteoporose erhöhen. Eine mögliche Ursache für eine latente Azidose ist die mit dem Alter nachlassende Nierenfunktion. Eine chronische Übersäuerung des Körpers entsteht häufig aber auch durch einen ungesunden Lebensstil (Bewegungsmangel, chronischer Stress, säurebetonte Ernährung). 

Aus bestimmten Lebensmitteln entstehen bei der Verdauung saure Stoffwechselprodukte. Hierzu zählen zum Beispiel Fleisch, Wurst, Milchprodukte, Weißmehlprodukte, Zucker, Kaffee und Alkohol. Basenbildende Lebensmittel sind vor allem Gemüse (z. B. Spinat, Grünkohl, Kartoffeln) und Obst (z. B. Zitronen, Äpfel, Birnen), aber auch Nüsse und Samen (z. B. Walnüsse, Kürbiskerne, Maronen). Wildkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn und Schafgarbe können die Nierenfunktion und damit die Ausscheidung von Säuren unterstützen. 

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