„Immunsystem stärken“
Kaum ist der Sommer vorbei, beginnt in vielen Familien das große Niesen und Husten. Erst kommt das Kind mit einer laufenden Nase aus der Schule, wenig später kratzt es den Eltern im Hals und schon ist die halbe Familie verschnupft. Kein Wunder, dass in der Erkältungszeit Vitamintabletten, Immun-Shots und andere „Wundermittel“ Hochkonjunktur haben. Der beste Schutz ist immer noch ein starkes Immunsystem. Wie Sie das bekommen, haben wir für Sie aufgeschrieben. Jeder will es haben – ein starkes Immunsystem. Gerade jetzt im Herbst ist es wichtig, um sich gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit zu wappnen. Doch für ein starkes Immunsystem muss man selbst sorgen, und das jeden Tag. Die wichtigsten Säulen sind eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf, viel Bewegung und insgesamt ein gesunder Lebensstil.
Gesunde Ernährung ist die Basis
Damit das Immunsystem Krankheitserreger erkennen und bekämpfen kann, braucht es eine gute Versorgung an Nährstoffen wie Vitamin C und D sowie Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Selen. Sie unterstützen die körpereigene Abwehr und sind vor allem in Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen enthalten. Ergänzt man seinen Speiseplan mit hochwertigen Eiweißquellen wie Milchprodukten, Fisch oder Eiern, schafft man bereits eine gute, gesunde Grundlage. Neben Vitaminen spielen Ballaststoffe eine entscheidende Rolle, denn das Immunsystem ist eng mit der Darmflora verbunden. Vor allem Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte unterstützen die nützlichen Darmbakterien. Eine einzige gesunde Mahlzeit in der Woche reicht allerdings nicht.
Sie putzen sich ja auch nicht nur einmal in der Woche die Zähne, um keine Karies zu bekommen. Es kommt auf Konstanz und Regelmäßigkeit an. Ernährung muss nicht jeden Tag perfekt sein. Entscheidend ist vielmehr die langfristige Mischung. Tipp: Essen Sie nach dem saisonalen Obst- und Gemüsekalender. Was aktuell bei uns wächst und so frisch wie möglich auf den Teller kommt, hat oft den größten Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen. Im September haben unter anderem diese Obst- und Gemüsesorten bei uns Saison: Blumenkohl, Mangold, Kopfsalat, Rote Beete, Champignons, Fenchel, Spinat, Kartoffel und Möhre sowie Him- und Brombeere, Pflaume, Apfel, Traube und Walnuss. Ausführliche Saisonkalender über heimische Lebensmittel bekommen Sie im Internet kostenlos zum Ausdrucken oder als App, zum Beispiel auf www.verbraucherzentrale.de.
Schlaf ist ein aktiver
Immunbooster Während wir schlafen, laufen zahlreiche Reparatur- und Regenerationsprozesse ab. Auch das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren. Es bildet Abwehrzellen und bereitet sich auf neue Herausforderungen vor. Wer dauerhaft zu wenig schläft, kann diese wichtigen Prozesse stören und damit die Infekt-Anfälligkeit erhöhen.
Gehen Sie nach draußen!
Kinder springen liebend gern in Pfützen, Erwachsene bleiben bei schlechtem Wetter lieber drinnen. Dabei ist regelmäßige Bewegung im Freien sehr wichtig für das Immunsystem. Spaziergänge, Radfahren oder Spielen an der frischen Luft fördern die Durchblutung und bringen den Kreislauf in Schwung – unabhängig davon, ob die Sonne scheint oder der Himmel grau ist. Auch Kältereize wie Wechselduschen oder kalte Güsse an Armen und Beinen gewöhnen den Körper an wechselnde Temperaturen und trainieren die Abwehrkräfte. Ausnahme: Wer bereits friert oder sich krank fühlt, sollte auf zusätzliche Kältereize verzichten.
Sonne tanken
Tageslicht unterstützt den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus und trägt dazu bei, dass der Körper ausreichend Vitamin D bilden kann – ein Nährstoff, der ebenfalls wichtig für das Immunsystem ist.
Und was ist mit Nahrungsergänzungsmitteln?
Eine ausgewogene Kombination aus Ernährung, Schlaf und Bewegung liefert dem Körper in den meisten Fällen alles, was er für ein gut funktionierendes Immunsystem braucht. Doch manchmal, beispielsweise bei einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel, bei einer veganen Ernährungsweise, in der Schwangerschaft, bei bestimmten Erkrankungen, bei Leistungssportlern oder in einer akuten Phase mit viel Stress kann eine zusätzliche Versorgung mit Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) sinnvoll sein.
Allerdings warnen Experten auch bei frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln vor einer Selbstmedikation. „Kann ja nicht schaden“, denken viele, wenn sie in der Drogerie oder im Supermarkt zum Beispiel eine Packung Multivitamintabletten in ihren Einkaufswagen werfen. Doch das ist ein Irrtum. Der schnelle Griff ins Regal ist im besten Fall rausgeschmissenes Geld, weil der Einnahme der Präparate kein positiver gesundheitlicher Effekt folgt. Im schlechten Fall kann die unnötige Einnahme von NEMs sogar die Gesundheit gefährden oder sich aufgrund von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten negativ auswirken. Man kann es nicht oft genug sagen: Nahrungsergänzungsmittel sollten immer nur auf ärztliche Verordnung oder Empfehlung eingenommen werden. Vor allem bei Kindern ist absolute Zurückhaltung geboten. Ebenfalls wichtig: Lassen Sie in der Apotheke prüfen, ob das konkrete Nahrungsergänzungsmittel zu Ihren übrigen Medikamenten passt.
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