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Hormongesundheit 

Kleine Botenstoffe mit großer Wirkung Hormone sind chemische Signalstoffe, die unser Körper in speziellen Drüsen produziert – etwa in der Schilddrüse, den Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse, den Hoden oder den Eierstöcken. Über das Blut verteilen sich die Hormone im Körper und übermitteln Informationen an weitere Organe. Hormone steuern unter anderem unseren Energiehaushalt, den Schlaf-Wach-Rhythmus, Hunger und Sättigung, die Stressreaktion sowie Fruchtbarkeit und Zyklus. Auch unsere Stimmung und mentale Belastbarkeit stehen in engem Zusammenhang mit dem hormonellen Gleichgewicht. Dabei arbeiten Hormone nicht isoliert, sondern in einem fein abgestimmten Zusammenspiel. 

Wenn das Gleichgewicht kippt 

Hormonelle Veränderungen machen sich im Alltag oft unspezifisch bemerkbar. Statt klarer Symptome treten eher diffuse Beschwerden auf, die sich schleichend entwickeln und nicht immer sofort mit dem Hormonsystem in Verbindung gebracht werden. Das sind die häufigsten: 

• Das Stresshormon Cortisol hilft kurzfristig dem Körper, bei besonderen körperlichen oder geistigen Herausforderungen leistungsfähig zu bleiben. Tritt Stress häufig und regelmäßig auf, kann ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel den Schlaf stören, damit die Erholung erschweren und langfristig zu Erschöpfung führen. Konzentrationsprobleme oder vermehrte Reizbarkeit sind weitere typische Symptome. 

• Schilddrüsenhormone beeinflussen den Stoffwechsel, die Körpertemperatur und den Energiehaushalt. Veränderungen zeigen sich unter anderem durch Antriebslosigkeit, Frieren, Gewichtszunahme oder eine allgemeine Müdigkeit, die sich trotz ausreichendem Schlaf nicht bessert. 

• Das Hormon Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel und damit die Energieversorgung der Zellen. Schwankungen, unregelmäßige Mahlzeiten oder stark verarbeitete Lebensmittel führen oft zu Heißhungerattacken, Leistungstiefs oder Gewichtszunahme. 

• Umweltgifte wie Alkohol, Nikotin oder chemische Stoffe können hormonähnlich wirken oder den natürlichen Hormonhaushalt beeinflussen. 

• Bei Frauen beeinflussen die Sexualhormone Östrogen und Progesteron nicht nur den Zyklus, sondern auch Schlaf, Stimmung und das allgemeine Körpergefühl. 

Zyklusbeschwerden, ausgeprägtes prämenstruelles Syndrom oder Beschwerden in den Wechseljahren sind häufige Ausdrucksformen hormoneller Umstellungen. Dabei ist nicht jede Veränderung krankhaft – aber sie verdient Aufmerksamkeit und eventuell eine Behandlung. Halten Beschwerden über mehrere Wochen an, sollte der Arzt mögliche hormonelle Ursachen untersuchen. 

Das können Sie für Ihre Hormongesundheit tun: 

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) macht sich (nicht nur am Welthormontag) dafür stark, das Thema Hormongesundheit bewusster wahrzunehmen. „Jeder Einzelne kann etwas für seine Hormone tun und damit langfristig seine Gesundheit schützen“, sagt DGE-Präsident Prof. Dr. Tuckermann. 

Und darum geht´s: 

• Besonders wichtig ist eine regelmäßige, ausgewogene Ernährung mit frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Der Körper benötigt ausreichend Energie, Eiweiß und gesunde Fette, um Hormone bilden und abbauen zu können. Regelmäßige Mahlzeiten helfen zudem, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten – ein wichtiger Faktor für Insulin und Stresshormone. Ballaststoffreiche Lebensmittel unterstützen den Darm, der eine zentrale Rolle beim Abbau überschüssiger Hormone spielt. Mögliche Mangelzustände – etwa von Vitamin D, Jod oder Kalzium – können nach Rücksprache mit dem Arzt durch Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke ausgeglichen werden.

• Ein möglichst gleichmäßiger Schlafrhythmus, Dunkelheit und Ruhe fördern neben dem Schlafhormon Melatonin auch andere hormonelle Abläufe. Feste Bettzeiten und kein TV oder Handy drei Stunden vor dem Schlafengehen wirken sich positiv auf den Schlaf aus. Die DGE empfiehlt mindestens sieben Stunden ununterbrochenen Schlaf pro Nacht. 

• Regelmäßige Bewegung stabilisiert die Hormone, denn sie unterstützt den Stoffwechsel, fördert die Insulinempfindlichkeit und hilft beim Abbau von Stresshormonen. Perfekt ist die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining, am besten 1,5 bis 2,5 Stunden pro Woche plus tägliche Spaziergänge. 

• Die Belastung durch Stress wird oft unterschätzt. Wer unter dauerhafter Anspannung leidet, bringt das hormonelle Gleichgewicht langfristig aus dem Takt. Kleine Pausen, bewusste Atemmomente oder kurze Spaziergänge können dem Nervensystem helfen, zur Ruhe zu kommen. Je besser es gelingt, regelmäßige Erholungsphasen einzuplanen, desto leichter kann der Körper sich hormonell ausgleichen. 

• Um Schadstoffe zu vermeiden, sollte man möglichst auf Plastikverpackungen verzichten, da bestimmte Kunststoffe hormonaktiv wirken können. Regelmäßiges Lüften, Wischen und Staubsaugen tragen dazu bei, die Belastung durch hormonwirksame Stoffe im Hausstaub zu reduzieren. Bei Kosmetik- und Pflegeprodukten meidet man am besten Inhaltsstoffe wie Phthalate, Parabene oder Triclosan. 

„Viele Menschen wissen nicht, wie stark Hormone ihre Gesundheit beeinflussen. Dabei kann jeder und jede Einzelne viel dafür tun, um hormonelle Probleme zu verhindern“, sagt Privatdozentin Dr. med. Dr. jur. Birgit Harbeck, Mediensprecherin der DGE und Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie am Endokrinologikum Kiel. 

Was sind eigentlich bioidentische Hormone und welche Vorteile bringen sie? 

Bioidentische Hormone werden vor allem in der Peri- und Menopause eingesetzt. Was sie so wirksam und gut verträglich macht, erklärt Dr. Sheila de Liz in ihrem Buch „Women on Fire – Alles über die fabelhaften Wechseljahre“ (Rowohlt Verlag, 288 Seiten, 16 Euro): 

„Bioidentische Hormone werden im Labor aus dem Stoff Diosgenin hergestellt, der wiederum aus der Yamswurzel gewonnen wird. Ja, diese Hormone haben einen pflanzlichen Ursprung! Ihre Struktur entspricht exakt der von Hormonen aus dem Eierstock, und unser Körper kann nicht unterscheiden, ob die Hormone nun aus der Apotheke oder aus dem Eierstock sind. Entsprechend haben sie wenige – ich bin sogar versucht zu sagen gar keine – Nebenwirkungen, weil sie sich natürlich und artgerecht im Körper verhalten und genau an die Hormonrezeptoren, also an die Andockstellen, passen. Das können Präparate mit hormonähnlicher Wirkung niemals in dieser Perfektion! Die bioidentischen Hormone sind also von der molekularen Struktur her exakt die, die dem Körper fehlen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Beispiele für bioidentisches ß-Östradiol sind: Estreva Gel, Gynokadin Gel, Estramon Pflaster oder Lenzetto Spray. Beispiele für mikronisiertes Progesteron sind: Famenita (100 oder 200mg) und Utrogestan 100.“ 

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