Was man über Tattoos und Piercings wissen sollte
Bunte Bilder auf der Haut und Ringe durch Körperteile gelten als Ausdruck von Persönlichkeit, Erinnerung oder einfach Geschmack. Medizinisch betrachtet ist das jedoch mehr als ein modisches Accessoire: Beim Stechen wird die Haut gezielt verletzt. Deshalb gibt es einiges, was man bedenken sollte – denn Körperschmuck soll seinem Träger gefallen und nicht krank machen.
Was genau passiert beim Tätowieren und Piercen?
Für den Körper bedeuten Tattoos und Piercings immer eine Verletzung der Haut. Beim Tätowieren durchstechen feine Nadeln die oberste Hautschicht und deponieren die Farbe dauerhaft in der Dermis (Lederhaut). Dabei stechen zwischen drei bis zu 45 Nadeln gleichzeitig 50 bis 3.000 Mal pro Minute zu. Beim Piercing durchdringt eine dicke Nadel die Haut komplett. Es bildet sich ein Stichkanal, der anschließend mit dem Schmuckstück offengehalten wird. Dieser Kanal vernarbt mit der Zeit und bleibt auch bestehen, wenn man den Schmuck entfernt.
Das richtige Material
Ob Tattoo oder Piercing – eine saubere Arbeitsweise und hochwertiges Equipment entscheiden mit, wie gut die Wunde heilt. Seriöse Studios arbeiten ausschließlich mit sterilen Einmalnadeln, die Mitarbeiter tragen Handschuhe und desinfizieren Haut, Werkzeuge und Arbeitsflächen gründlich. Für Tattoo-Farben gelten in der EU seit 2022 strenge Vorgaben nach der „REACH-Verordnung“ – die Farben dürfen keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten. Schmuck aus Titan, chirurgischem Stahl oder echtem Gold ist besonders gut verträglich. Billiger Modeschmuck kann dagegen allergieauslösende Stoffe enthalten und Entzündungen begünstigen.
Die Wundpflege
Direkt nach dem Stechen ist die Wunde besonders anfällig für Entzündungen. Das Studio erklärt genau, wie die Pflege zu Hause geht. Tattoos werden in der Regel vorsichtig gereinigt und anschließend mit einer Pflegecreme dünn versorgt. Piercings benötigen je nach Körperstelle spezielle Reinigungslösungen, etwa sterile Kochsalzlösungen. Aggressive Desinfektions- oder Hausmittel können den Heilungsprozess stören. Auch wenn’s schwerfällt: Finger weg vom Tattoo oder Piercing! Wer es unnötig berührt, verzögert die Heilung und erhöht das Infektionsrisiko. Bis zur vollständigen Abheilung gilt außerdem: Sonne, Schwimmbad, See oder Meer meiden. Kleidung sollte nicht scheuern. Deshalb sollten Tattoos und Piercings nicht vor oder während eines Strandurlaubs oder in der Badesaison gestochen werden. Kleine Tattoos sind oft nach wenigen Wochen oberflächlich verheilt, bei Piercings zum Beispiel am Ohrknorpel oder Bauchnabel kann es dagegen mehrere Monate dauern.
Was ist normal, was beunruhigend?
In den ersten Tagen sind Rötungen, leichte Schwellungen und ein Wärme- oder Spannungsgefühl normal, ebenso wie leichtes Nässen oder Krustenbildung. Bei starken Schmerzen und Schwellungen, Fieber, eitrigem Ausfluss oder roten Streifen auf der Haut muss man zum Arzt. Wichtig: Piercingschmuck darf nicht eigenständig entfernt werden, weil sich dann die Entzündung im Gewebe einschließen kann. Je früher eine Infektion erkannt wird, desto unkomplizierter ist meist die Behandlung – und desto größer die Chance, dass Tattoo oder Piercing gut heilen.
„Mami, ich möchte Ohrringe!“ Rechtlich gilt in Deutschland: Tattoos sind bei Minderjährigen grundsätzlich nicht erlaubt, auch nicht mit Einverständniserklärung der Eltern. Piercings bei Kindern sind in Deutschland gesetzlich zwar erlaubt, werden in seriösen Studios aber erst ab 14 Jahren und nur in Anwesenheit der Eltern gemacht. Simple Ohrlöcher sind oft früher möglich, ab etwa sechs Jahren. Jedes Piercing sollte bei Kindern und Jugendlichen ganz genau überdacht werden: Der Körper wächst noch und die Haut ist empfindlicher. Konsequente Hygiene kann noch schwerfallen. Rein ästhetisch muss man auch bedenken, dass etwa die Ohrläppchen noch wachsen und auch perfekt gestochene Ohrlöcher dadurch später schief werden können.
Muss ich meinem Kind ein Piercing erlauben?
Der Wunsch nach Tattoos oder Piercings ist bei Jugendlichen oft mehr als ein modischer Trend.Eltern sollten den Wunsch nach einem Tattoo oder Piercing erst einmal weder ablehnen noch zustimmen. Gespräche helfen, die Motive dahinter zu verstehen: Geht es um Ästhetik? Um Zugehörigkeit? Um ein Symbol mit persönlicher Bedeutung? Oder um den Wunsch, ernst genommen zu werden? Tattoos sind dauerhaft, überfordern die jugendliche Einschätzungsfähigkeit und sind unter 18 Jahren illegal. Piercings können – je nach Alter – in Betracht gezogen werden, wenn Hygiene, Reife und Verantwortungsbewusstsein stimmen. Versuchen Sie als Eltern, Zeit zu gewinnen – oft lässt der Wunsch nach einiger Zeit von allein nach.
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