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Niesen, so machen Sie es richtig 

Niesen ist einerseits ein natürlicher Reinigungsprozess unseres Organismus und andererseits einer der effektivsten Verbreitungswege für Krankheitserreger. Was genau im Körper abläuft, wenn wir niesen, und wie wir uns richtig verhalten, um uns selbst und andere zu schützen. 

Es beginnt mit einem Kribbeln in der Nase und endet in einer regelrechten Explosion: Beim Niesen entstehen Luftstöße, die mit bis zu 160 Stundenkilometern orkanartige Ausmaße annehmen können. Wozu dieser Kraftakt? Niesen ist ein wichtiger Schutzreflex unseres Körpers, welcher der Reinigung der oberen Atemwege dient. Dabei werden überschüssiges Sekret – von dem wir übrigens jeden Tag rund einen Liter produzieren – und Fremdkörper aus dem Nasenraum katapultiert. Besonders häufig niesen wir, wenn wir erkältet sind. Doch neben Viren und Bakterien können auch Staubpartikel, scharfe Gerüche und Allergene wie Pollen oder Tierhaare einen Niesreflex auslösen. Etwa jeder vierte Mensch muss außerdem niesen, wenn er in helles Licht blickt. Die Gründe für diesen photischen Niesreflex sind bislang noch unbekannt. 

Was passiert beim Niesen? 

Wenn unsere Nasenschleimhaut gereizt wird, senden Nervenfasern ein Signal an das sogenannte „Nieszentrum“, eine Region in unserem Gehirn, die sich am Übergang vom Rückenmark zum Hirnstamm befindet. Von dort aus wird der komplexe Ablauf des Niesens gesteuert und Kommandos werden an die entsprechenden Körperteile weitergeleitet. Zunächst atmen wir tief ein und halten den Atem für den Bruchteil einer Sekunde an. Um ausreichend Druck in den Lungen aufzubauen, verschließt sich der Kehldeckel kurzzeitig. Im nächsten Schritt ziehen sich die Ausatmungsmuskulatur im Bauch- und Brustraum sowie das Zwerchfell schlagartig zusammen. Dadurch wird die angestaute Luft zusammen mit Nasensekret und Fremdkörpern über Mund und Nase ausgestoßen. Da sich dabei auch die Gesichtsmuskulatur anspannt, schließen sich in der Regel die Augen. Darüber, warum das so ist, lässt sich nur spekulieren. Möglicherweise sollen die Augen vor einer Kontamination mit Keimen geschützt werden. 

Welche Verhaltensregeln gelten? 

Mit jedem Nieser gelangen bis zu einer Million Tröpfchen in die Luft (Aerosol), die potenziell mit Krankheitserregern beladen sind. Dieses Aerosol hat eine Reichweite von bis zu acht Metern, während die Tröpfchen beim Husten nur rund ein bis zwei Meter weit geschleudert werden. Wie weit sich die einzelnen Partikel tatsächlich verbreiten, ist von ihrer Größe und den Umgebungsbedingungen (z. B. Luftzug, Temperatur) abhängig. 

Um andere Personen vor einer Ansteckung zu schützen, sollten trotzdem folgende Regeln eingehalten werden: 

  • Halten Sie beim Niesen einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter ein und wenden Sie sich von Personen in ihrer näheren Umgebung ab. 
  • Niesen Sie nach Möglichkeit in ein Taschentuch oder, wenn gerade keines zur Verfügung steht, in Ihre Armbeuge. 
  • Entsorgen Sie Papiertaschentücher unmittelbar danach im Müll. Wenn Sie auf Stofftaschentücher als umweltfreundlichere Variante setzen, waschen Sie diese bei 60 Grad Celsius. Auch Kleidung, die möglicherweise kontaminiert wurde (z. B. beim Niesen in die Armbeuge), gehört direkt in die Waschmaschine. 
  • Waschen Sie sich nach dem Niesen bzw. Schnäuzen gründlich die Hände. Achten Sie darauf, auf dem Weg zum Wasserhahn so wenig Gegenstände wie möglich anzufassen und niemandem die Hand zu reichen. 

Sollte man das Niesen unterdrücken? 

Ob aus Höflichkeit oder aus einem Schamgefühl heraus – versuchen Sie nie, einen aufsteigenden Nieser zu unterdrücken. Durch das Zuhalten der Nase oder das Anhalten der Luft entsteht ein enormer Druck im Körperinneren. Dieser beträgt Schätzungen zufolge etwa 39 Kilopascal und damit rund das 24-fache eines normalen Niesers, der sich nach außen entladen kann. In seltenen Fällen zieht ein unterdrückter Nieser schwere gesundheitliche Folgen nach sich. Doch der hohe Luftdruck im Körperinneren kann dazu führen, dass kleine Blutgefäße, beispielsweise in der Nase oder im Auge, platzen. Darüber hinaus sind Schäden am Mittel- und Innenohr sowie Risse im Trommelfell möglich. In Einzelfällen wurde auch von Rissen im Rachenraum nach einem unterdrückten Nieser berichtet. Also besser richtig niesen.

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